Regionale Ausfahrt: "Auf den Spuren von Herzog Ernst II."


Sonntag, 31. Mai 2026

Regionale Ausfahrt „Auf den Spuren von Herzog Ernst“

mit Führungen im Neuen Schloss Hummelshain

und Jagdschloss „Fröhliche Wiederkunft“

Zum zweiten Mal, nach 1999, führte eine Ausfahrt des Altenburger Schlossvereins nach Hummelshain und Wolfersdorf, wo Herzog Ernst II. seine letzten Lebensjahre verbrachte. Bei den Führungen in den beiden Schlössern wurden den 41 Teilnehmern von Herrn Hoberg und Herrn Prof. Dr. Schubert viel Wissenswertes aus der Geschichte vermittelt.

 

TAGESABLAUF

  7:30   Fahrt nach Hummelshain 

  9:00   Kaffeepause an der Raststätte "Teufelstal"

10:00   Führung im „Neuen Schloss Hummelshain“ 

12:00   Mittagessen in der Gaststätte „Schüsselgrund" 

13:30   Besichtigung der herzoglichen Grabstätte "Krähenhütte"

14:30   Führung im Jagdschloss „Fröhliche Wiederkunft“ 

16:30   Kaffeetrinken im Schlosscafé

17:30   Rückfahrt nach Altenburg 


Führung im Neuen Schloss Hummelshain mit Herrn Rainer Hohberg

Das Neue Schloss Hummelshain ist ein Schloss in der Gemeinde Hummelshain im Saale-Holzland-Kreis in Thüringen. Es wurde 1880-85 als Jagd- und Residenzschloss der Herzöge von Sachsen-Altenburg durch die Berliner Architekten Ernst von Ihne und Paul Stegmüller errichtet und gilt als herausragendes Zeugnis der Baukunst des Historismus. Es ist der letzte landesherrliche Residenz-Neubau in Thüringen und markiert somit den Schlusspunkt einer kulturellen Epoche. 2017 wurde es durch die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien als Baudenkmal von nationaler Bedeutung eingestuft und in das Denkmalpflegeprogramm „National wertvolle Kulturdenkmäler“ aufgenommen, um für das vom Verfall bedrohte Schloss nachhaltige Sicherungsmaßnahmen zu ermöglichen.

Weithin sichtbar ragt das markante, an den gotischen Turm der Prager Karlsbrücke erinnernde Turmdach des Neuen Schlosses über einem ausgedehnten Waldgebiet des Thüringischen Holzlandes auf. Wegen seines reichen Wildbestands war dieser alte Bannforst seit dem ausgehenden Mittelalter ein bevorzugtes Jagdgebiet der sächsischen Kurfürste und Herzöge, später der Herzöge von Sachsen-Weimar, Sachsen-Gotha-Altenburg und Sachsen-Altenburg. 1830 wurde Hummelshain außerdem Sommerresidenz des Altenburger Hofes. „Am Neuen Schloss in Hummelshain fasziniert die ausgeprägte, dabei nicht überzogene Prachtentfaltung, die räumliche Großzügigkeit, der Reichtum an Formen und Details, die gestalterische Fülle, die das Auge immer wieder Neues entdecken lässt, und die exzellente handwerkliche Meisterschaft der Ausführung", so beschreibt der Kunsthistoriker Bertram Lucke den Gesamteindruck.

Neues Schloss Hummelshain, Jagd- und Residenzschloss – Wikipedia


Besichtigung der herzoglichen Grabstätte "Krähenhütte" in Trockenborn

Etwas verträumt, am Rande des Dörfchens Trockenborn in Richtung Wolfersdorf, liegen die Grabstätten des letzten ehemals regierenden Fürsten Ernst II., Herzog von Sachsen-Altenburg, von Jülich, Kleve und Berg, auch Engern und Westfalen, Landgraf von Thüringen, Markgraf zu Meißen, gefürsteter Graf zu Henneberg, Freiherr von Rieseneck und einiger seiner Familienangehörigen. Herzog Ernst wurde 1871 im Altenburger Schloss als Sohn des Prinzen Moritz von Sachsen-Altenburg geboren. Er übernahm 1908 die Regentschaft in Sachsen-Altenburg nachdem er Jahre zuvor die Prinzessin Adelheid von Schaumburg-Lippe ehelichte. Diese Ehe dauerte nur bis 1920. Er prägte in seiner Regentschaft die hiesige Gegend mit den Schlössern in Hummelshain und der Jagdanlage auf dem Rieseneck maßgeblich. Er war Wissenschaften und Forschungen sehr aufgeschlossen. Nach dem Thronverzicht 1918 verlegte Herzog Ernst II. seinen Wohnsitz nach dem Schloss Fröhliche Wiederkunft in Wolfersdorf. Im Jahre 1934 heiratete er die Opern-Soubrette Marie Triebel, nunmehr Freifrau von Rieseneck. Wohl die engen verwandtschaftlichen Beziehungen nach Russland, Prinzessin Elisabeth von Sachsen-Altenburg heiratete 1884 in St. Petersburg Großfürst Konstaninowitsch, sie konnte nach den Wirren der Oktoberrevolution nach Deutschland flüchten, ließen zu, dass Herzog Ernst mit seiner Frau als einziger der ehemals regierenden Fürsten nach 1945 in seinem Schloss in der DDR bleiben konnte. Von ansässigen Bürgern hörte ich, dass das ehemalige Fürstenpaar sich großer Beliebtheit im Ort erfreute. Am 22. März 1955 starb Herzog Ernst auf seinem Schloss Fröhliche Wiederkunft. Seine Frau folgte ihm 2 Jahre später. Beide sind in der Krähenhütte beerdigt.

Herzog Ernst II.


Führung im Jagdschloss „Fröhliche Wiederkunft“ mit Herrn Prof. Dr. Ulrich Schubert

Das Jagdschloss „Fröhliche Wiederkunft“ in Wolfersdorf bei Stadtroda in Thüringen ist ein 1548 bis 1550 von Nikolaus Gromann im Auftrag von Kurfürst Johann Friedrich dem Großmütigen erbautes ehemaliges Jagdschloss. Es steht auf einer Insel in einem kleinen See inmitten des Ortes. Bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts bestand in Trockenborn ein fürstliches Jagdhaus. Es wurde 1547 im Schmalkaldischen Krieg zerstört. Daraufhin beauftragte Kurfürst Johann Friedrich I. 1547 den Architekten Nikolaus Gromann mit dem Neubau eines Jagdschlosses im Nachbarort Wolfersdorf. Es wurde innerhalb von drei Jahren (1548–1550) als L-förmiger, zweigeschossiger Fachwerkbau auf steinernem Sockelgeschoss mit acht beheizbaren Stuben und elf Kammern fertiggestellt. Ein hölzerner Treppenturm erschloss die Obergeschosse. Dieses Gebäude ist heute noch weitgehend erhalten. Den Kernbau umgaben Wirtschaftsbauten, die im 19. Jahrhundert weitgehend erneuert und verändert wurden. 1552 wurde der Kurfürst aus der Gefangenschaft entlassen, traf sich am 24. September mit seiner Familie in Wolfersdorf und nannte das neue Schloss daher „Fröhliche Wiederkunft“.

Das mitten im Ort Trockenborn-Wolfersdorf gelegene Wasserschloss ist heute durch seine Nähe zu den sich kreuzenden Autobahnen A4 und A9 einfach und bequem erreichbar. Durch bauliche Veränderungen wurde sein Baustil mit Elementen der Neugotik vermischt. Der Besucher kann an bestimmten Tagen, die via Internet abrufbar sind, das nach wie vor imposante Bauwerk im Rahmen von Führungen auch von innen besichtigen. Nach durchqueren der mit einem großen Kamin ausgestatteten Eingangshalle sind unter anderem das Malzimmer mit handgemalter Tapete, verschiedene Wohnräume der Herzöge Joseph und Ernst und das Nischenzimmer zu betrachten. Ein wenig Vorsicht ist in der Silberkammer geboten, um nicht unverschuldet eine Nacht im mächtigen, begehbaren Tresor verbringen zu müssen. Gegenwärtig nicht zu besichtigen ist der Fürstensaal, der ebenso wie ein Teil der Fassade restauriert wird. Ein besonderes Kleinod stellt darüber hinaus die selbsttragende, steinerne Wendeltreppe dar.

Jagdschloss Fröhliche Wiederkunft – Wikipedia

Schloss Wolfersdorf


Foto: privat (Schlossverein)